Die meisten Leute – zu denen zähle ich mich persönlich auf jeden Fall – sind begeistert davon, wenn sich der Frühling in seiner ganzen Pracht zeigt. Die Sonne scheint, alles blüht, die Laune steigt und gefühlt ist alles ein bisschen besser und leichter. Doch manche Leute beginnen genau an diesem Punkt zu leiden. Denn leider bekommt es nicht wirklich jedem gut was der Frühling durch die Lüfte trägt. Die Rede ist von Heuschnupfen.
Laufende Nase, ständiges Niesen, geschwollene Augen sind nur drei von einer ganzen Palette an Symptomen, die Allergiker das Leben erschweren. Doch warum ist es eigentlich so, dass manche Pflanzen manche Menschen so quälen?
Wenn Pflanzen Menschen quälen
Erle, Hasel, Birke, Esche, sämtliche Gräser im Sommer bis zum Beifuß sind nicht die einzigen, die Troubles machen, doch vielleicht die bekanntesten Kandidaten. Pollen, die von den Pflanzen in ihrer Blütezeit freigesetzt werden, sind eigentlich harmlos. Doch das Immunsystem mancher Menschen klassifiziert sie bzw. die darin enthaltenen Eiweiße fälschlicherweise als gefährlich. Es reagiert mit Abwehr was sich letztendlich als Symptom bemerkbar macht.
Äußere Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und Klimawandel helfen hier nicht wirklich, ganz im Gegenteil. Erstere setzen die Pflanzen unter mehr Stress, diese setzen wiederum immer „aggressivere“ Pollen frei. Die wärmeren Temperaturen sorgen für eine zeitlich verlängerte Belastungsphase. Gleichzeitig schwächen die gleichen Umweltfaktoren allgemeinhin das menschliche Immunsystem. Was passiert, wenn diese zwei Komponenten aufeinandertreffen liegt denke ich auf der Hand. Das Immunsystem von immer mehr Menschen reagiert beim Kontakt mit den Pollen über, weil es ohnehin schon nicht ganz am Höhepunkt ist. Das Immunsystem von jenen, die vorher vielleicht nur leichte Symptome verspürt haben könnten es dann mit etwas schwereren zu tun bekommen.
Wenn der Körper den Apfel mit der Birke verwechselt
Und dem nicht genug kann sich der Körper gleich noch mal vertun und eine völlig andere Pflanze oder ein Lebensmittel für die allergene Pflanze zu halten und genauso darauf reagieren. Dies ist als Kreuzreaktion bekannt.
Ich hab mich jahrelang gefragt worauf man eigentlich allergisch ist, wenn man allergisch ist. Auf die einzelne Pflanze bzw. Spezies? Die Gattung? Die Pflanzenfamilie? Es war lustig welche Antworten ich von Ärzten, Pharmazeuten, Chemikern und Pflanzenkundigen aus meinem Freundeskreis bekommen habe. Die einzig befriedigende Antwort habe ich aber erst kürzlich in einem Artikel gefunden. Die Proteine der allergenen Pflanze sind einfach jenen in anderen Pflanzen (Lebensmittel) so ähnlich, dass der Körper sie nicht unterscheiden kann. Die Pflanzen müssen nicht zwangsweise ihre DNA teilen, nicht der selben Familie angehören oder ähnliches, sondern einfach chemisch in ihrer Struktur sehr ähnlich sein. So kommt es, dass Leute, die auf Birke reagieren auch auf Äpfel, Erdnüsse und zig andere pflanzliche Lebensmittel mit entsprechender Symptomatik reagieren.
Was ich in diesem Zusammenhang besonders spannend finde ist, dass mir Leute schon erzählt haben, dass hierbei Apfel nicht Apfel ist. Alte Sorten werden wohl besser vertragen als neue Züchtungen. Leider liegen vorrangig letztere in den Supermarktregalen. Jene, die braun werden, wenn man sie angebissen liegen lässt, werden wohl auch besser vertragen als jene, die ihr helles Fruchtfleisch ewig behalten.
Ich hoffe ihr könnt euch unbeschwert am Frühling mit all seinen Blüten erfreuen!
Verwendete Literatur:
- Helmholtz Zentrum München. Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH). Allergie Informationsdienst. Klimawandel beeinflusst Pollenflug und Heuschnupfen. 29.01.2023. Letzter Zugriff 2.4.2025
- Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK). Gesundheit.gv.at. Pollenallergie. 5.7.2022. Letzter Zugriff 2.4.2025
- Norddeutscher Rundfunk (NDR). Heuschnupfen: Was hilft gegen Symptome bei Pollenallergie? 14.03.2025. Letzter Zugriff 2.4.2025
Mehr MiradaVerde
Du möchtest regelmäßig Information und Inspiration um Pflanzen mit allen Sinnen zu erleben? Hole dir heute noch den gratis Newsletter und bekomme jeden Sonntag einen Wochenrückblick als E-Mail. Jetzt anmelden