Jedes Jahr im Frühling kommt mir das Zitat Oscar Wildes unter, der sagte “Eine Blume blüht zu ihrer eigenen Freude”. Es ist so simpel wie wahr. Sie tun es einfach. Weil es ihrer Natur entspricht. Sie blühen in den prächtigsten Farben, groß oder klein, jeder auf seine Art und Weise.
Jeder auf seine eigene Art und Weise ganz so wie es ihnen gefällt ist auch genau der springende Punkt. Gerade diese Woche habe ich wieder einen Podcast gehört in dem thematisiert wurde wie sehr Social Media beeinflusst was Menschen haben, können oder sein möchten bzw. unreflektiert Trends nachjagen.
A flower blooms for its own joy.
Oscar Wilde
Ist je einer auf die Idee gekommen einen Märzenbecher zu fragen warum er denn auch dieses Jahr wieder gelb und nicht ausnahmsweise mal lila blühen würde? Die Glockenblume nehmen ihm blüht immerhin auch lila. Und warum müssen die Blüten im Vergleich zu jenen der Glockenblume eigentlich so groß sein? Nein, der Märzenbecher blüht eben gelb mit großen Blüten, die Glockenblume lila mit vielen kleinen Blüten. Und sie tun das ganz zu ihrer eigenen Freude. Und wenn wir ein wenig blumenaffin sind, dann dürfen wir an dieser Freude mitnaschen.
Wie die Blumen sich ganz selbstverständlich so darstellen wie sie sind, so sollten auch wir Menschen uns darstellen. Freude daran haben wer und wie wir sind ohne permanente Vergleiche mit der Umwelt anzustellen. Es wird immer jemanden geben, der mehr hat, mehr kann oder besser aussieht. Und allein wenn man ein bisschen über den letzten Satz nachdenkt, so schnell relativiert er sich dann auch wieder. Denn was ist denn “mehr haben”? Wovon denn “mehr”? Geld? Zeit? Besitz? Was wiegt denn mehr? Und wie sieht das jener der „mehr“ hat? Will der nicht auch mehr? Kann gut sein, dass dieser jemand genau auf euch schielt, weil ihr davon „mehr“ habt; ggf. sogar ohne euch darüber bewusst zu sein. Das “Leben der Superlative” ist vielleicht gar nicht so einfach bzw. erstrebenswert, wenn man sich ein paar Gedanken dazu macht.

Vielleicht tun es die vielen bunten Frühlingsblumen auch deshalb einfach nicht. Sondern blühen so wie es ihnen beliebt. Und vor allem im Frühling sind diese kunterbunten Farbkleckse einfach eine wahre Freude! Ich hoffe, dass auch ihr in eurer eigenen Farbe, Größe und Gestalt blühen könnt – in erster Linie ganz zur eigenen Freude!
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