Tief verschneit liegt die Landschaft vor uns. Alles ist ein bisschen gedämpfter und ruhiger. Alles im Winter scheint zu schlafen. … Bis der Schneepflug kommt – mit Blinklicht, das im Schnee reflektiert und einem Schrammen über den Asphalt. Auch wenn die Ruhe für diesen Moment gestört ist – er räumt die Straßen frei, damit der Verkehr ein leichteres durchkommen hat. Unsere Gedanken können auch wie ein Schneepflug wirken und den Weg freiräumen, die den persönlichen Weg blockieren.
Unsere Gedanken wirken wie ein Schneepflug, sie bereiten den Weg, den wir gehen wollen.
Robert Lerch
Unser Gehirn ist ein wahres Wunderwerk aus Milliarden von Nervenzellen. Warum nicht als wahre Wunderwaffe nutzen um unsere Gedanken zu strukturieren um sie in eine Richtung zu lenken, die uns dienlich ist. Ob ihr zu Jahresbeginn einen guten Neujahrsvorsatz gefasst habt, es heute noch tut, euch morgen dazu entschließt oder im Juni.
Ein Vorhaben in Angriff zu nehmen, ist oft einfach, es konsequent zu verfolgen oft weniger. Man startet voller Enthusiasmus und diese Motivation macht es einen leicht seinen Weg in Richtung Ziel zu gehen. Überzeugt und geradeaus. Alles klein Problem. Aber es dauert oft gar nicht sooooo lange und es schneit den Weg ein bisschen zu. Von “leicht” und “geradeaus” weit entfernt. Wenn ihr Glück habt, kommt grad ein Schneepflug daher und räumt den Weg für euch frei. Oder es nimmt euch jemand an der Hand und stapft ein Stückchen mit euch durch den Schnee. Wenn nicht, dann seid ihr mit eurem persönlichen Gedankenschneepflug gut beraten um euch selbst den Weg freizuräumen um ihn weiter in die richtige Richtung zu gehen.

Meiner Erfahrung nach kommt man immer am sichersten ans Ziel indem man nicht nur das Ziel kennt, sondern sich auch über den Weg dahin Gedanken macht. Ja, man sollte schon auch wissen wo man seinen Schneepflug entlang schickt. Und dann ist es wichtig ihn einfach zu gehen. Wenn Tiefschnee kommt, geht ihn langsamer, freut euch am Knirschen unter den Schuhen, an den Schneeflocken und Eiskristallen, aber geht ihn. Sich an solchen Dingen zu erfreuen, wird oft auch als “fall in love with the process” beschrieben. Habt Spaß an der Sache selbst, nicht nur am Ergebnis. Es werden zig Dinge passieren, die ihr nicht am Zettel hattet, an die ihr euch aber später gerne zurückerinnern werdet. Und die euch nicht passiert wären, wenn ihr nicht den Weg zu eurem Ziel verfolgt hättet. Ist quasi ein Bonus obendrauf.

Auch wenn der mentale Schneepflug prinzipiell jahreszeitenunabhängig ist, finde ich ihn dennoch im Winter besonders hilfreich. Warum? Weil der Winter für mich persönlich nicht gerade die Zeit des großen Tatendrangs ist. Insofern braucht es zu dieser Jahreszeit immer einen überdimensional großen Schneepflug um am Weg zu bleiben. Manchmal ist es auch gut, wenn es alles vor einen mal kurz richtig zuschneit und alles kurz stoppt, bevor es wieder weitergeht anstatt scheinbar endlos dahinzustolpern.
Wenn nämlich nur ein bisschen Schnee liegt, könnte man nämlich noch zögern seinen Schneepflug zu starten. Doch wenn die Schneedecke dicker und dicker wird, dann packt man ihn doch gerne aus. Alles Unnütze wird dann mit Blinken und Schrammen quasi auf ein Mal aus dem Weg geräumt. Und dieser ist wieder schön frei und dementsprechend leichter zu gehen. Wer erstmal herausgefunden hat wie sein ganz persönlicher, imaginärer Schneepflug funktioniert, der kann sich sicher sein, sich immer seinen eigenen freien Weg schaufeln zu können.

Dann heißt es kurz mal durchschnaufen, Aussicht genießen und weitergehen. Einfacher und sicherer zum Ziel!
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