Bitter, frisch und fruchtig – das sind denke ich die drei Attribute, mit denen ich die winterliche Rohkost beschreiben würde, die ich momentan sehr gerne als Vorspeise esse. Was genau dieser beinhaltet hängt sehr oft davon ab was ich samstags am Markt bekomme und auch ein bisschen wonach mir der Sinn steht. So wird es nie langweilig, ohne auf die Vorteile der winterlichen Gemüsesorten zu verzichten.
Topinambur als winterhartes Gemüse hat natürlich gerade Saison. Die kleinen Knollen sind nährstoffreiche, sättigen lange und tun der Verdauung gutes. Der Ballaststoff Inulin tut viel Gutes, wenn ihr aber zu viel davon erwischt, kann euch auch schnell mal Bauchweh plagen. Besser öfter und regelmäßig weniger Topinambur als einmal richtig viel!
Auch die Sellerieknolle besticht mit seinem hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt von dem man im rohen Zustand noch viel mehr als im gekochten profitieren kann. Sie hat selbstredend einen sehr dominanten Eigengeschmack, weniger ist hier schon auch mal mehr.
Die Karotten reihen sich ebenso in die Liste der wertvollen Vitamin- und Mineral- wie auch natürlich Ballaststofflieferanten ein. Sie sehen mit ihrer kräftig orangenen Farbe außerdem noch hübsch aus. Abgesehen davon wird das Beta-Carotin im Körper in Vitamin A umgewandelt, das positiven Einfluss auf die Augen, Haut und Zellen im Allgemeinen hat.

Der Chicorée sorgt für eine Portion (gewollte) Bitterkeit. Sie bringt Verdauung, Stoffwechsel und Kreislauf in Schwung. Wer sie dennoch etwas abmildern möchte, der nimmt weniger vom Strunk bzw. legt die Blätter ein paar Minuten in lauwarmes Wasser. Der bittere Wintersalat ist außerdem ein guter Lieferant für Kalium, Magnesium und Folsäure.
Für die fruchtige Note, etwas Süße und weil er den Chicorée schön komplimentiert, darf ein Stück Apfel nie fehlen. Wenn ihr einen mit schön roter Schale verwendet, bringt das natürlich auch zusätzlich Farbe in die winterliche Rohkost.
Auch der Saft der Orange passt gut zu Chicorée und Apfel, hat eine angenehm fruchtige Säure, die gleichzeitig Teil der Marinade ist. Ansonsten gebe ich noch gerne Zitrone zur Marinade und toppe das ganze mit Walnüssen, Sonnenblumen- oder Kürbiskernen für ein bisschen Kernigkeit.

Und so geht’s:
- Topinambur mit der Gemüsebürste unter fließendem Wasser bürsten, Knollenselleie und Karotten schälen. Chicorée und Apfel waschen.
- Die Früchte und das Gemüse fein hacheln oder auf einer Reibe reiben.
- Alles zusammen in einer Schüssel vermischen, mit dem Saft der Orange bzw. Zitrone und etwas Olivenöl vermengen.
- Wem die winterliche Rohkost etwas zu wild ist, der kann sie unter anderem durch Zugabe von Honig oder Joghurt/Skyr etwas abmildern. Extra Süße und Cremigkeit machen die Vorspeise auch reichhaltiger.
- Mit Nüssen, Samen und Saaten toppen.
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